Portugal - im Landesinneren

30. Dezember 2014

Nach Verlassen der Küste erwarten uns eine völlig andere Landschaft sowie sehenswerte, mittelalterliche Städtchen. Wir machen die Erfahrung, dass Stauseen eine gute Adresse für Übernachtungsplätze sind. Der Weg führt durch ausgedehnte Korkeichenlandschaften - wen wundert's, ist Portugal doch der weltweit größte Produzent von Kork.

Immer wieder entdecken wir neolithische Monumente wie beispielsweise Dolmen, die man in Portugal Anta nennt. Im ersten Moment hält man das kleine weiß-blaue Gebäude für eine einfache Kapelle, aber in Wahrheit handelt es sich beim Anta do Livramento um den Umbau eines Dolmens für eine christliche Nutzung. Größer und nicht umgebaut ist der Anta do Zambujeiro. Die Zufahrt hierher ist für unseren Großen Wagen allerdings an einigen Stellen sehr knapp. Dafür können wir auf dem Endparkplatz aber auch ungestört übernachten, umgeben von zahlreichen sehr neugierigen Jungbullen, die unter den Korkeichen weiden. Warum man den Dolmen mit einem scheußlichen Wellblechdach versehen hat, können wir nicht so ganz nachvollziehen.


Am Abend genießen wir dann eine leckere Tajine - wir sind in Marokko auf den Geschmack gekommen. Dazu trinken wir süffige portugiesische Weine.

Der Menhir von Almendres ist etwa 3,50 m hoch und auf einem kurzen Spazierweg zu erreichen. Viel beeindruckender ist aber das in der Nähe gelegene bedeutende Zeugnis neolithischer Monumente: die Steinsetzung Cromeleque dos Almendres. Mehr als 90 Steine wurden hier in einem großen Oval aufgestellt.


Das historische Zentrum der Stadt Evora gehört zum UNESCO Weltkulturerbe. Ein Bummel durch die teilweise sehr engen Gassen, die erstaunlicherweise trotzdem für den Autoverkehr freigegeben sind (Gottseidank haben wir den MAN vor der Stadtmauer abgestellt!), macht sogar eigentlichen Stadtmuffeln (wie Peter) Spaß (?). Eindrucksvoll außerdem die Kathedrale, die Kirche Santo Antao sowie die römischen Ruinen des Diana-Tempels.


Nicht allzu weit entfernt Evoramonte, ein kleiner Ort, der von einem mächtigen Kastell dominiert wird. Unterhalb finden wir einen Stellplatz, gehen zu Fuß einen steilen Weg hinauf zu der Befestigungsanlage - auch hier wären die Gassen für unseren Großen Wagen viel zu eng. Der Glockenturm der Igreja da Misericordia erinnert uns an Westernfilme. Schade, dass die Kirche verschlossen ist, soll sie doch innen mit schönen Azulejos (Mosaike aus Keramikfliesen) ausgekleidet sein.

Am nächsten Morgen dann erst einmal eine Zwangspause. Beim Start erlischt die Batterieleuchte nicht, das kennen wir doch. Richtig - der gerissene Keilriemen liegt unter dem Fahrzeug. Und so heißt es für Peter im Morgennebel und bei entsprechend kühlen Temperaturen einen neuen zu montieren.

In Estremoz dann deutliche Anzeichen des nahenden Weihnachtsfestes. In der Unterstadt eine Gesangs- und Tanzdarbietung vieler kleiner Weihnachtsmänner und - frauen. Danach wandern wir durch enge Gassen hinauf in die sehenswerte Oberstadt.

An einem Stausee, dem Barragem do Povoa, finden wir wieder ein hübsches Plätzchen für die Nacht und nutzen diesen als Ausgangspunkt für Ausflüge in die nähere und weitere Umgebung.


Castelo de Vide ist eine der am besten erhaltenen mittelalterlichen Festungsstädte in Portugal. Vor einer Kirche eine eigenwillig gestaltete Krippe - Nelson Ramos hat diese mit einer Motorsäge kreiert. Enge Gassen (was sonst!?) führen steil bergan. Das ehemalige jüdische Viertel mit seinen blumengeschmückten Gassen hat es uns besonders angetan. Aber noch schöner ist es, völlig ungestört in der großen Burganlage umherzustreifen- und da wir nicht in der Saison unterwegs sind, ist das Kassenhäuschen geschlossen. Man darf sogar die Türme und die Befestigungsmauern besteigen - einen Besuch hier sollte man nicht verpassen!


Dies gilt entsprechend für Marvao, einem Städtchen in eindrucksvoller Lage auf einem über 800 m hohen Gipfel. Imposante Mauern aus Granit umgeben die alte Festung, in der man, wie in den Gässchen, ungestört umherstreifen kann. Selbst in die alte Zisterne darf man hinabsteigen.

Ein Stück unterhalb lohnt ein kurzer Stopp bei der alten Brücke von Portagem, bevor wir uns wieder an den Stausee Barragem do Povoa begeben, wo wir zum Abschluss eines tollen Tages noch einen wunderschönen Sonnenuntergang genießen.


Immer weiter nach Norden geht es, nunmehr durch ausgedehnte Eukalyptuswälder. Wir entdecken vereinzelt sogar blühende Bäume. Auch in kleinen und gänzlich unbekannten Ortschaften lohnt sich ein Stopp - hier eine Kirche mit einem schönen Azulejo-Portal. Die alten Ortschaften Linhara da Beires und Trancoso sind da schon deutlich bekannter.

Übernachtungsplätze sind im Landesinneren kein Problem, neben den bereits erwähnten Stauseen stehen wir mal auf einer Waldlichtung, mal einfach irgendwo auf Ödland.

Aber eigentlich ist dieser Teil des Landes eher ein Ziel für das späte Frühjahr. Nachts wird es schon empfindlich kühl, morgens ist es oft neblig. Auch tagsüber braucht man auf jeden Fall eine (dicke) Jacke. So kommen wir schneller voran als gedacht. Bald ist Miranda do Douro an der portugiesisch-spanischen Grenze erreicht. Wir verbringen die Nacht hier, bummeln durch den Ort. Wie überall in Portugal so ist auch hier Stockfisch (aus Norwegen!) allgegenwärtig.


Der Rest ist schnell berichtet. Am nächsten Morgen überqueren wir die Grenze nach Spanien, fahren längere Zeit durch dichten Nebel. Im Baskenland finden wir einen ruhigen Platz für die Nacht, bevor es nach Frankreich geht.


Eigentlich wollen wir die Weihnachtstage an der Atlantikküste verbringen, werden aber von zahlreichen Verbotsschildern und Höhenbalken abgeschreckt und fahren nach Norden in die Normandie. Hier verbringen wir eine kurze Zeit bei gutem Wetter an schönen Plätzen, genießen leckere Jakobsmuscheln (und andere Fischgerichte). Dann kommt Sturm und Regen auf. Wir nutzen den verkehrsärmeren Sonntag und sind nach mehr als drei Monaten einige Tage eher als gedacht wieder in Deutschland. Seit langen Jahren zum ersten Mal verbringen wir Silvester daheim.


Wir wünschen unseren Besuchern einen guten Rutsch und alles Gute für 2015!

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