Südisland im Schnelldurchgang
22. - 25. März 2026
Am späten Vormittag starten wir Richtung Westen. Es klart immer weiter auf, letztlich haben wir blauen Himmel, später strahlenden Sonnenschein, natürlich immer noch heftigen Wind. Auf den Seen entlang der Strecke sind größere Trupps an Singschwänen zu beobachten.
Am Jökulsárlón herrscht Hochbetrieb. Hier waren wir schon oft, die ersten Male noch ohne Menschenmassen, so dass wir darauf verzichten, die Parkgebühr von etwa 7 Euro zu zahlen, sondern nur schnell ein paar Fotos im Vorbeifahren schießen.
Ein gutes Stück entfernt gibt es einen (noch) kostenlosen Parkplatz, auf dem erstaunlicherweise nur einige wenige Fahrzeuge stehen. Von hier laufen wir ein Stück zum Jökulsárlón, wobei wir wieder mit dem schrecklichen Wind zu kämpfen haben.
Weiter geht es entlang der eindrucksvollen Szenerie. Auch am Fjállsárlon kann man tatsächlich noch kostenlos parken. Wir stellen den MAN ab, bewundern die Fahrzeuge der Touranbieter und laufen zum See. Hier sind längst nicht so viele Menschen unterwegs wie am vorigen Touristen-Hotspot, und so können wir die fantastische Aussicht in Ruhe genießen.

Auch die weitere Strecke ist einfach nur toll. Die Straße, die zuvor wegen der Wetterverhältnisse gesperrt war, ist mittlerweile ganz gut zu befahren, wenn auch stellenweise noch extrem glatt. Hinzu kommt, dass für isländische Verhältnisse hier auf der 1 sehr viel Verkehr ist. Der größte Teil sind Mietwagen. Die Fahrt über den Skeiðarársandur ist für uns wegen der extremen Windböen recht schwierig. Wir fahren entsprechend vorsichtig.
In der Nacht können wir dann erneut Nordlicht bewundern, zwar nicht ganz so toll wie das letzte, aber auch nicht schlecht.
Die Wettervorhersage stellt uns viel Schnee und – was sonst – heftigen Wind in Aussicht. Bei diesen Verhältnissen macht Weiterfahren wenig Sinn. Und tatsächlich werden bald schon die ersten Straßen geschlossen, im Laufe des Tages immer mehr. Später ist dann nahezu der ganze Süden dicht, nichts geht mehr. Abends wird der Wind noch heftiger, hat mittlerweile Sturmstärke. Es scheppert, heult, dröhnt, der MAN wird durchgeschüttelt. Schlaf ist wieder einmal nur schwer möglich. Aber da müssen wir jetzt durch. Mehrfach stellen wir den MAN um, viel hilft es nicht, aber zumindest ein wenig. Aus dem Fenster sehen wir fantastisches Nordlicht, aber aussteigen ist nicht. Auch ein Fenster kann man nicht öffnen, so dass wir einfach nur schauen, nicht aber fotografieren können. Am Morgen dann bei leider noch schlechten Lichtverhältnissen ein Polarfuchs. Der Wind hat nachgelassen, aber es hat immer noch teils extreme Böen. Wir starten zeitig, fahren durch eindrucksvolle Lavalandschaft zu den Dverghamrar Basaltsäulen. Hier ist uns der Weg runter ins Gebiet zu riskant, da es extrem glatt ist. So begnügen wir uns mit einem Blick aus der Distanz.
Auch heute begegnen uns auf den vereisten Straßen wieder Kolonnen von Mietfahrzeugen. Wahnsinn, was hier schon in der Off season unterwegs ist. Wie wird es erst in der Hochsaison aussehen?! An einem Aussichtspunkt über die schöne Eldhraun-Lava können wir uns in Ruhe umsehen, nachdem zwei Busse abgefahren sind. Auch hier ist Vorsicht geboten, es ist extrem glatt, zieht einem regelrecht die Füße weg.

Eigentlich wollen wir bei Vík noch einmal zum Mýrdalssander mit dem Berg Hjörleifshöfði und der Yoda-Höhle fahren, aber schon zu Beginn der Piste eine Kamera und das Bezahlschild. Und hier sollen wir anscheinend nicht nur die sonst üblichen 7 Euro Parkgebühr zahlen, sondern stolze 17! Das empfinden wir als Nepp, sehen es nicht ein. Also drehen wir um und fahren weiter. Aber das Ganze ist wohl den Massen an Touristen, die hier unterwegs sind und anscheinend bereit sind, diese Preise zu bezahlen, geschuldet. In und um Vík kosten mittlerweile nahezu alle Parkplätze Gebühren, und zwar in der Regel jeweils 7 Euro. Das leppert sich ganz schön, wenn man denn alle Touristen-Hotspots besuchen möchte. Da wir diese bereits alles kennen, verzichten wir, fahren nach einem Einkauf im hoffnungslos überfüllten Supermarkt mit noch höheren Preisen als sonst nur noch zu einem kostenlosen Parkplatz am schwarzen Strand von Vikurfjara. Die Brandung ist hier ähnlich eindrucksvoll wie am bekannteren und überfüllten Reynisfjara, und anders als dort sind hier nur relativ wenige Menschen unterwegs.
Musik: Slow Motion / Gemafreie Musik von www.frametraxx.de
Eigentlich wollen wir hier auf den Campingplatz gehen, aber dieser ist aufgrund der Schneemassen nicht zugänglich. Also müssen wir weiterfahren, etwas anderes suchen. Wir halten an den historischen Häusern von Drangshlið, die direkt an den Felsen Drangurinn gebaut wurden. Auf den Felsvorsprüngen sitzen bereits zahlreiche Eissturmvögel.
Ein Informationspunkt zum vergletscherten Vulkan Eyjafjallajökull zeigt in eindrucksvollen Fotos den Ablauf des Ausbruchgeschehens 2010. Für diese Dokumentation scheinen sich nur die wenigsten zu interessieren, sondern die Bäckerei vor Ort zieht deutlich mehr Besucher an. Auch wir überlegen, dort etwas zu kaufen, aber bei den Preisen – nein danke! Eine Zimtschnecke etwa 6,50 Euro, ein Stück Kuchen (nichts Besonderes, keine Torte) um die 10 Euro. Die spinnen, kommt nicht in Frage!
Später schauen wir uns noch die Höhle von Steinahellir an. Zahlreiche Austernfischer sind auf den schneefreien Hängen neben der Höhle unterwegs.


Auch am sogenannten BH-Zaun ein kurzer Fotostopp, bevor ein ereignisreicher Tag endet, bei dem wir viele der absoluten „must sees“ ausgelassen haben. Es ist uns einfach zu viel Betrieb, und wir behalten es lieber so in Erinnerung, wie wir es aus früherer Zeit kennen.
Ein Abstecher bringt uns entlang des (gefrorenen) Flusses Markarfljót an die Fährstation für die Westmänner-Inseln, wo wir wieder einmal eindrucksvolle Brandung bewundern können.
Musik: Slow Motion / Gemafreie Musik von www.frametraxx.de
Zu guter Letzt fahren wir von Hella aus zu einem eher unbekannten Wasserfall, den wir über eine kurze, aber sehr holprige Piste erreichen. Mit dem Vulkan Hekla im Hintergrund ein durchaus interessantes Fotomotiv.
Auf der Weiterfahrt in den Südwesten kommen uns dann wieder unzählige Mietwagenkolonnen entgegen. Es wird Zeit, den Süden zu verlassen, hier ist einfach zu viel los.
Bei Interesse an unserem Bericht aus 2022 zu diesem Gebiet schaut einfach hier.
Weiter geht es mit Südwesten: Reykjanes und Hvalfjördur










