Stürmische Überfahrt mit der Norröna

15. - 18. März 2026

 

Die dritte Etappe unserer Winterreise führt uns nach Island. Es ist unsere mittlerweile neunte Reise nach Island, und eigentlich wollten wir aufgrund der zunehmenden Touristenzahlen und Reglementierungen nicht mehr dorthin. Aber wir konnten einfach nicht widerstehen, als wir im Herbst das kurzzeitige Angebot entdeckten, dass bei den ersten Hin- und Rückfahrten nach Island der MAN kostenlos ist, was schon einen gehörigen Preisunterschied ausmacht. Bedingt durch die Skandinavientour sind wir und der MAN für den Wintereinsatz vorbereitet, so dass einer weiteren Winterfahrt nichts im Wege steht.

 

Probleme mit der neu eingeführten Straßennutzungsgebühr

Ein Problem gibt es allerdings doch. Zum 1. Januar 2026 wurde auf Island eine kilometerbasierte Straßennutzungsgebühr eingeführt. Und so erhalten wir Wochen vor dem Abfahrtstermin eine Mail des isländischen Zolls, dass wir unser Fahrzeug für die vorübergehende Einfuhr mit einem speziellen Formular anmelden müssen. Dies haben wir erledigt, darüber auch eine Bestätigung erhalten verbunden mit der Aufforderung, vor Einreise eine Pauschalgebühr zu zahlen. Diese beträgt für uns (Gewicht zwischen 7.001 und 8.000 kg und mehr als 21 Tage Aufenthalt 41.055 ISK). Abgerechnet wird bei Ausreise nach den tatsächlich gefahrenen Kilometern, weshalb auch noch der Kilometerstand zu melden ist. Die Kilometergebühr für unser Fahrzeug beträgt 11,73 IKR, so dass wir also vorab für 3.500 Kilometer zahlen müssen. Bei der Ausreise wird nach Kilometerstand abgerechnet, wobei aber bei weniger gefahrenen Kilometern eine Erstattung nicht vorgesehen ist, sondern lediglich eine Nachzahlung bei mehr als 3.500 km. Etwa eine Woche vor Abfahrt dann die Mitteilung vom isländischen Zoll, dass wir das nötige Formular nicht eingereicht haben. Wie das? Haben wir doch darüber eine Bestätigung erhalten. Aber wenn wir uns einloggen steht dort tatsächlich nun wieder „nicht erledigt“. Also reichen wir das Formular brav erneut ein, erhalten auch wieder eine Bestätigung. Mehrmals erhalten wir die Aufforderung, den Kilometerstand zu melden. Wie soll das Wochen/Tage vor Abfahrt gehen??? Und auch nachdem wir am Abfahrtstag den Kilometerstand gemeldet haben, erhalten wir noch mehrfach die Aufforderung, das nun zu erledigen, dies auch noch Tage nach Ankunft auf Island. Schon ganz schön ärgerlich und beschämend, dass ein solches Programm nicht fehlerfrei funktioniert. Dazu passt dann auch das Fiasko mit der Zahlung der Pauschalgebühr. Wir geben die Zahlung mit der Kreditkarte frei, aber es erscheint: „Declaration has been submitted, but driving fee has not been paid.“ Also auf ein neues – gleiches Ergebnis. Wieder erhalten wir eine Mail mit der dringenden Aufforderung, die Gebühr zu zahlen. Also noch einmal. Und diesmal ploppt kurz auf „Payment successful“. Wir sollen hierüber eigentlich eine Bestätigung erhalten, die allerdings nicht kommt (übrigens bis heute nicht!). Und in unserem Account steht beharrlich „Driving fee has not been paid.“ Jetzt machen wir nichts mehr, warten bis Hafen Seydisfjördur. Um es vorwegzunehmen, die Einreise ist dann absolut problemlos, wir sind in der Liste als „gezahlt und alle erforderlichen Daten übermittelt" geführt. Aber nun kommt das Beste. Auf der Abrechnung sehen wir, dass die Gebühr dreimal (!) abgebucht wurde. Darüber sind wir derzeit mit dem Zoll bezüglich Erstattung in Kontakt.

Ergänzung Ende März: Der Zoll hat innerhalb kurzer Zeit reagiert und die zuviel gezahlten Beträge rückerstattet. Mittlerweile wissen wir von anderen Reisenden, die mit uns auf dem Schiff waren, dass es auch dort Probleme mit Formular/Zahlung/Übermittlung Kilometerstand etc gab. Das war wohl der ersten Überfahrt und damit der ersten Menge an ausländischen Fahrzeugen geschuldet, wo es zu Beginn anscheinend noch Programmfehler im neuen System gab.

 

Fährfahrt mit der Norröna

Und so stehen wir nun nach viel unnötigem Ärger und Stress im Hafen von Hirtshals und warten auf die Einschiffung auf die Norröna. Außer uns sind doch noch so einige Wohnmobile vor Ort.

Dann geht es endlich los. Auf dem Fahrzeugdeck wird recht eng gekramt. Wir haben wie beim letzten Mal eine Nordic deLuxe-Kabine mit deutlich mehr Platz und einem großen Panoramafenster gebucht, in der wir uns für die lange Überfahrt einrichten. Fast pünktlich legt die Norröna ab.

Eigentlich hätten wir auch gerne das Buffet in Anspruch genommen, allein es sind wirklich sehr viele Passagiere an Bord. Viele Färinger auf dem Heimweg, aber auch eine große Gruppe einer „Stricken und Meer“ Fahrt. Größere Menschenansammlungen mögen wir gar nicht, und so verzichten wir und holen uns Essen to go aus der Cafeteria.

Es ist diesmal eine sehr stürmische Überfahrt, vor allem nachts scheppert es heftig, schaukelt ganz schön. Wir können auf dem Bildschirm in unserer Kabine die Fahrt mit der Bugkamera verfolgen und auch die Positionsdaten der Norröna sehen. Auf dieser Reise fährt sie viel weiter südlich als sonst und auch viel langsamer. In der zweiten Nacht soll dann nach Information schneller gefahren werden, um die Zeit wieder aufzuholen und die Stabilisatoren nutzen zu können.

Mit etwa einer Stunde Verspätung legen wir dann im Hafen von Torshavn an. Viele Passagiere verlassen hier das Schiff. Es regnet. Als es aufhört gehen wir für einen Rundgang durch die hübsche Altstadt von Bord. Aber leider fängt es bald wieder an zu regnen, pitschnass eilen wir zurück zum Schiff.

Bei Abfahrt aus Torshavn hat sich das Wetter deutlich gebessert, sogar die Sonne lässt sich blicken. Und so gehen wir natürlich hinaus auf Deck und genießen die relativ ruhige Fahrt zwischen den Inseln und die schönen Aussichten. Aber sobald wir uns dem Ausgang zum offenen Meer nähern wird es wieder dunkel, beginnt zu regnen, heftiger Wind kommt auf – und die Schaukelei geht wieder los.

Das kleine Video zur Fährfahrt wurde übrigens in den ruhigeren Phasen der Überfahrt gefilmt. In den „heißen“ Phasen ging das nicht, zumal die vor allem in den Nächten waren.

 

Nachts ist es wieder extrem. Es haut sogar die Kaffeemaschine von der Anrichte. Alles andere hatten wir vorsorglich schon runter geräumt. Die Norröna hat tatsächlich weiter aufgeholt, und so kommen wir sogar noch vor der Zeit an. Es ist noch dunkel, als wir schemenhaft Land erkennen. Gegen 7 Uhr laufen wir im Hafen ein. Und dann heißt es warten, der Zoll ist noch nicht da. Um 9 Uhr können wir das Schiff verlassen. Und wie oben schon gesagt, wir werden von Polizei und Zoll durchgewunken – alles OK.

 

Weiter geht es mit Erste Tage entlang der Ostfjorde

 

 

Aktuelles

 

 

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Auf der Snaefellsnes Halbinsel erleben wir fantastische Winterlandschaften, werden aber teilweise auch wieder durch die Wetterbedingungen ausgebremst.

 

 

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Auch im Südwesten ist noch recht viel Betrieb. Unwetter mit Sturm und Schnee sitzen wir teilweise auf Campingplätzen aus, die kein vernünftiges Preis-Leistungs-Verhältnis haben.

 

 

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Im Süden Islands lassen wir viele der "must sees" aus, haben wir diese doch in früheren Jahren schon oft und ausgiebig, vor allem ohne Touristenmassen besucht. Uns ist dort einfach viel zu viel Betrieb. Die Landschaft ist natürlich großartig.

 

 

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