Von Ostfriesland nach Hessen
21. - 26. Juni 2026
Bedingt durch Christines Hand-OP konnten wir für einige Wochen nichts unternehmen. Die Hand ist verheilt, und aus traurigem Anlass fahren wir zur Beisetzung einer lieben Reisefreundin. Wir teilen die Fahrt in kurze Etappen auf und schauen uns unterwegs nach möglichen Zielen für zukünftige Kurztrips um.
Erste Station ist der Naturpark Dümmer. Der namengebende See ist ein wichtiges Vogelschutzgebiet Norddeutschlands. Am See selbst ist uns bei dem schönen Sonntagswetter zu viel Betrieb, aber in den angrenzenden Feuchtgebieten ist absolut nichts los, und so können wir hier trotz Mittagshitze einige Vögel beobachten.
Der Naturpark ist viel mehr als der See, sondern eine abwechslungsreiche Landschaft aus Wäldern, Hoch- und Niedermooren. Beim Versuch, die Moorgebiete zu erkunden, stoßen wir mit dem Großen Wagen leider wiederholt auf Probleme durch Gewichtsbeschränkungen. Zumindest bis zum Beobachtungsturm im Rehdener Geestmoor fahren wir aber trotzdem, wo wir einige hier brütende Rauchschwalben sehen und einen Blick auf die weite Moorlandschaft werfen können. Für die hier möglichen guten Vogelbeobachtungsmöglichkeiten sind wir nun im Sommer in der falschen Jahreszeit unterwegs. Eine private Stellmöglichkeit am Rande des Neustädter Moors bietet uns dann für den Rest des Tages und die Nacht einen schattigen und ruhigen Platz, an dem wir uns willkommen fühlen und wohin wir gerne noch einmal zurückkehren werden, zumal es in der Umgebung so einiges zu entdecken und unternehmen gibt.
Am nächsten Tag schauen wir uns auf der Weiterfahrt in der kleinen Stadt Rahden die Ruine der ehemaligen Burg an. Der direkt benachbarte Museumshof ist leider geschlossen. Aber das „Müllposter“ finden wir gut gelungen.
Im Norden des Wiehengebirges befindet sich das größte verbliebene Moorgebiet in Nordrhein-Westfalen, das Große Torfmoor. Das NABU Besucherzentrum Moorhus ist leider ebenfalls geschlossen. Die Temperaturen steigen, für eine längere Wanderung ist es uns viel zu heiß. So wählen wir einen der kürzeren Wanderwege. Vom Mittellandkanal aus geht es durch Wald hinaus zum Moor. Viel zu heiß und viel zu trocken – auch hier die falsche Zeit. Müssen wir halt irgendwann noch einmal wiederkehren, gäbe es doch auch im Wiehengebirge noch einige lohnende Ziele.
In Lüdenhausen, einem Dorf im nordlippischen Bergland, gibt es einen kostenlosen Stellplatz der Kirche. Hier bleiben wir für heute und nutzen die Gelegenheit, die Kirche und einige Gebäude etwas genauer anzuschauen.
Es wird immer heißer, ein Schattenplatz muss her. Den hoffen wir, im Naturpark Solling-Vogler zu finden. Dort dürfte es auch aufgrund der Höhenlage ein wenig „kühler“ sein. Sämtliche offiziellen Stellplätze liegen niedriger bzw. sind ohne jeglichen Schatten. So schauen wir uns auf Wanderparkplätzen um, entdecken viele blühende Blumen, in verbliebenen Pfützen auch einige Kaulquappen. So richtigen Schatten gibt es allerdings hier nicht. Eine Wanderung durch das Hochmoor Mecklenbruch verschieben wir aufgrund der Hitze auf einen späteren Besuch.
Nette Einheimische empfehlen uns einen schattigen Platz einige Kilometer entfernt. Und hier verbringen wir den Rest des Tages tatsächlich in halbwegs erträglicher Atmosphäre mit tollen alten Bäumen um uns herum und einer schönen Aussicht auf die Landschaft des Naturparks.
Weit fahren wir am nächsten Tag nicht. Nach einem kurzen Einkauf geht es zum nächsten potentiellen Schattenplatz. Mittlerweile ist es unerträglich heiß. Und so unternehmen wir absolut nichts, halten uns hier allerdings anders als bisher nicht draußen, sondern angesichts der vielen Stech- und Beißviecher hauptsächlich im MAN auf.
Eigentlich war angedacht, anschließend auf den kostenlosen Wohnmobilstellplatz nach Hofgeismar, dem Ort der Beisetzung zu fahren und da für zwei Nächte zu bleiben. Aber dort gibt es keinen Schatten. Einige Kilometer vorher finden wir an der Sababurg einen ebenfalls kostenlosen, vor allem aber schattigen Stellplatz. Für eine Wanderung im Reinhardswald, dem größten zusammenhängenden Waldgebiet Hessens mit uralten Bäumen und auch für einen Besuch des Tierparks ist es uns allerdings viel zu heiß. Zumindest können wir hier wieder draußen sitzen. Unser Reisebekannter schaut vorbei, worüber wir uns sehr freuen, wenn auch der Anlass ein so überaus trauriger ist. Am nächsten Tag fahren wir dann nach einer bewegenden Trauerfeier heimwärts.
