Polizei

Polizeikontrollen auf den Straßen sind in Südamerika keine Seltenheit und nicht immer ganz problemlos, Stichwort Korruption. Deshalb nach Ländern unsere Erfahrungen mit der Polizei und ein paar allgemeine Tipps zum Fahrzeug und zum Verhalten.

In Uruguay sind Kontrollen selten. Wir wurden kein einziges Mal angehalten und können deshalb auch nichts negatives über die Polizei in diesem Land berichten.

Wir waren nur im südlichen Teil des riesigen Landes Brasilien unterwegs sowie im Pantanal, so dass unsere Erfahrungen dort nicht auf das ganze Land verallgemeinert werden können. Von den unzähligen Blitzern und Radarkontrollen/Radarfallen haben wir bereits im Kapitel über den Verkehr berichtet. Die meisten dieser Kontrollen werden im Übrigen vorab durch Schilder angekündigt. Die Polizei (Policía Rodavía) ist auf den Straßen sehr präsent, wir wurden allerdings niemals angehalten. Zusätzlich gibt es noch Kontrollposten der Militärpolizei, die aber wohl nur dann aktiv werden, wenn die normale Polizei mal wieder streikt (?). Bei dem großen Fernfahrerstreik hat sich die Polizei an den Straßenblockaden auffällig zurückgehalten. Wir haben uns bei der durch den Streik bedingten ersten Ausreise bei beiden Polizeistellen jeweils nach der Befahrbarkeit der Straßen erkundigt und sie als hilfsbereit und freundlich kennen gelernt. Im Gegensatz zu den Kontrollposten in den anderen Ländern konnten diese sogar etwas Englisch.

In Paraguay gibt es viele Kontrollstellen auf den Straßen, meist zu Beginn oder an der Ausfahrt von Ortschaften. Wir sind allerdings nur einmal angehalten worden. Die Polizisten wollten Führerschein und den Fahrzeugschein sowie den Versicherungsnachweis sehen und suchten dann nach einem Stempel im Fahrzeugschein. Was für ein Stempel bleibt ihr Geheimnis, jedenfalls gaben wir ihnen das blaue TIP Papier von der Aduana, das haben sie dann auf dem Kopf gehalten und waren nach einigem Betrachten und Überlegen zufrieden. Glück gehabt, denn von anderen hörten wir, dass es im Lande durchaus Korruption bei der Polizei gäbe.

Über jeden Verdacht in dieser Hinsicht erhaben ist nach unserer Erfahrung die Polizei in Chile. Wir sind in all der Zeit nur einmal überaus korrekt kontrolliert worden (wie bei uns zu Hause bei einer allgemeinen Verkehrskontrolle). Dies war in der Nähe zur Grenze nach Bolivien, und dort soll es häufig Schmuggler und andere düstere Gestalten haben, also verständlich und der Sicherheit im Lande dienlich. Ansonsten waren die Beamten der Carabiñeros de Chile immer sehr freundlich und hilfsbereit. Wir haben mehrfach nach dem Straßenzustand oder dem Pistenverlauf gefragt und hatten nicht nur den Eindruck, dass sie gut informiert und absolut hilfsbereit waren, sondern auch, dass sie sich über das Gespräch und die Abwechslung freuten.

Nun zu Argentinien. Hier gibt es die meisten Polizeikontrollen, im Extremfall vier hintereinander: am Ortseingang erst Gendarmeria, dann die lokale Polizei, am Ortsausgang wieder die lokale Polizei und dann die Gendarmeria. Haben wir selbst so erlebt. Darüber hinaus gibt es noch die Policía Federal, die schon einmal an Verkehrsknotenpunkten auftaucht. Im Süden des Landes, in Patagonien, sind wir nur ein einziges Mal angehalten worden. Wir konnten aber sofort ohne jegliche Kontrolle weiterfahren. In der Mitte und im Norden wurden wir ein paar Mal kontrolliert. Manchmal wollten die Beamten die Papiere und den Pass sehen, einige Mal wurde das Kennzeichen in einer Liste notiert (wofür eigentlich - Berge von Listen, die niemals jemand wieder anschaut???). Ein anderes Mal wurden wir nur angehalten, damit die drei PKW hinter uns passieren konnten. Der Versicherungsnachweis für das Fahrzeug wurde kein einziges Mal verlangt. Wir hatten eher den Eindruck, dass die Vielzahl der Polizeiposten als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme einzustufen ist als dass sie der Schaffung von Sicherheit oder der Prävention vor Verbrechen gedient hätte und auch nicht der Verkehrssicherheit. Denn wir haben kein einziges Mal gesehen, dass eine der Schrottkisten, die bei uns der TÜV schon vor 20 Jahren geschieden hätte, aus dem Verkehr gezogen worden wäre.

Die Polizisten waren in den meisten Fällen recht freundlich, zumindest aber sachlich nüchtern. Wir haben keine korrupten Beamten erlebt, wohl aber von anderen Reisenden die tollsten Stories gehört. Danach scheint es so, dass es die häufigsten Fälle von Korruption im Bundesland Entre Rios gibt. Hier ist also Vorsicht geboten.

Vermeiden oder umfahren kann man die Kontrollstellen leider nur selten. Aber es gibt ein paar Tipps zum Verhalten an den Polizeiposten. Regel eins lautet: Immer freundlich gegenüber den Uniformierten auftreten. Regel zwei: Wenn man nicht 100 Prozent sicher die spanische Sprache beherrscht lieber nur auf Deutsch oder mit ein paar wenigen Brocken Englisch antworten. Es kann aber auch hilfreich sein, freundlich lächelnd irgendetwas in Spanisch, u.U. auch absoluten Schwachsinn zu erzählen. Manchmal geben die dann ganz schnell auf, sich mit dem vermeintlichen Idioten weiter zu beschäftigen. Regel drei: Das Fahrzeug muss OK sein, also Beleuchtung ab und zu kontrollieren, auch sollten die in Südamerika geforderten reflektierenden Streifen wenigstens ansatzweise vorhanden sein. Regel vier: Unbedingt darauf achten, sich den Kontrollstellen mit der vorgeschriebenen niedrigen Geschwindigkeit zu nähern. Und schließlich noch zwei Tipps: Um die Mittagszeit - Siesta - sind auch viele der Kontrollen nicht besetzt und da das Leben in Südamerika erst abends so richtig beginnt und dann bis spät in die Nacht gefeiert wird, sind die Polizisten auch morgens nicht vor 9 Uhr aktiv. An den Kontrollstellen haben wir nie Original-Papiere, sondern immer (gute) Kopien herausgegeben. Dies ist nie aufgefallen. Im Fall der Fälle ist es dann leichter, auf die Rückgabe zu verzichten und davonzufahren. Im Übrigen scheint es uns so, dass es durchaus sinnvoll ist, das Fahrzeug als Touristenfahrzeug kenntlich zu machen, z.B. durch einen Aufkleber "Tourist" oder durch die Landesbezeichnung "Alemania". Manchmal schien es so, als wolle man uns anhalten, aber wenn wir dann näher kamen und das Schild lesbar war, wurden wir durch gewunken.

Unser Fazit: Wir haben keine unangenehmen Erfahrungen gemacht, aber nervig sind die teilweise vielen, eigentlich uneffektiven Kontrollstellen schon!

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