Die Rückreise

Über Marrakech und Moulay Bousselham zur Fähre und nach Hause

31.12.2018

In Marrakech zunächst ein Großeinkauf beim Atacadao, dann mieten wir uns auf dem Camping Le Relais de Marrakech ein. Es sind zwar schon einige Camper hier, aber insgesamt ist noch ausreichend Platz. Abends braten wir leckere Seezungen, die wir im Atacadao gekauft haben. Wir lassen es erst einmal ruhig angehen, sitzen bei angenehmen Temperaturen in der Sonne, beobachten die Vögel.

 

 

 

Aber auch ein Besuch im Zentrum Marrakechs darf nicht fehlen. Wir fahren mit dem Taxi ins Zentrum, laufen durch den Souk, wo wir uns wieder einmal verlaufen, und über den Djemaa el Fna. Es herrscht reges Treiben.

 

 

 

 

Mit Einbruch der Dunkelheit werden dann die Essensstände aufgebaut. Für relativ kleines Geld essen wir hier zu Abend, bevor es mit dem Taxi zurück geht.

 

 

 

Über die mautpflichtige, gut ausgebaute Autobahn fahren wir dann in nördliche Richtung. Entlang der Strecke im Umfeld größerer Orte ausgedehnte ältere Wohnviertel, aber vor allem heftige Bautätigkeiten. Neue Wohnblocks werden hier regelrecht aus dem Boden gestampft.

 

 

 

In Moulay Bousselham verbringen wir dann noch einige Tage auf dem Camping International. Anders als auf dem Hinweg, wo außer uns nur wenige Fahrzeuge hier waren, hat es sich nun schon deutlich mehr gefüllt. Aber wir haben etwas abseits eine Ecke für uns alleine. Die Lage des Platzes direkt an der Lagune ist wirklich schön, das Gelände auch, aber sämtliche Installationen haben ihre besseren Tage längst hinter sich, verrotten langsam. Besonders die Elektroinstallationen sind teilweise abenteuerlich. Die eigentlich ordentlich angelegten Sanitärgebäude gammeln vor sich hin, Licht gibt es in den Damentoiletten nicht. Alle Lampen sind restlos hinüber. Und sauber gemacht wird in den vier Tagen unseres Aufenthaltes kein einziges Mal, immerhin werden nach drei Tagen wenigstens einmal die Behälter für das benutzte Klopapier geleert. Schade, dass die Eigentümer sich hier nicht mehr kümmern. Zumindest wird aber mit einem Pferdekarren der Abfall abtransportiert. Wer weiß wohin!? Dem Geruch nach wird er anscheinend direkt in der Nähe verbrannt.

 

 

 

Wir bummeln durch den netten kleinen Ort, haben schöne Ausblicke auf die Lagune.

 

 

Auf eine Bootstour auf der Lagune verzichten wir, obwohl wir uns diese eigentlich fest vorgenommen hatten. Aber die Erfahrungen anderer Reisenden, die eine solche mitgemacht haben und berichten, dass von den angepriesenen vielen Vögeln quasi nichts zu sehen war, lassen uns davon Abstand nehmen. Vögel können wir auch von Land aus an der Lagune und auf dem Campingplatz beobachten.

 

 

 

 

 

 

 

Eigentlich geht unsere Fähre erst am frühen Nachmittag, aber sechs (!) Stunden vorher sollen wir im Hafen sein. Da müssten wir morgens zu zeitig aufbrechen. Also fahren wir am Tag vorher Richtung Tanger und suchen uns einen Platz, der nicht allzu weit vom Hafen entfernt ist. Hier können wir ausschlafen, sogar auf dem Weg in den Hafen noch leckeres Brot kaufen. Die Abfertigung bei Polizei und Zoll erfolgt schnell, wobei die Zollbeamten im Gegensatz zur Polizei genau wie bei der Einreise wieder einmal sehr unfreundlich sind. Verstehen können wir das nicht. Beim Scanner ist noch wenig Betrieb, so dass wir auch hier nicht warten müssen. Ganz vornean in der Schlange warten wir dann auf den Beginn des Beladens. Schon etliche Stunden vor geplanter Abfahrt geht es los. Jedes Fahrzeug wird von einem Polizisten sowie danach von einem Crew-Mitglied noch einmal kontrolliert. Das dauert natürlich.

 

 

 

Vor dem Bezug unserer Kabine ist erst einmal Stress angesagt. Wir hatten uns bei Grimaldi über den unzumutbaren Lärm durch die Musik direkt unter den Suiten beschwert. Eine kostenlose Stornierungsmöglichkeit wurde leider abgelehnt, aber man sicherte uns zu, dass wir für die Rückreise eine ruhigere Kabine erhalten würden. Die Kabine, die man uns nun aber geben will, wäre eher noch lauter gewesen. Erst nach vielen Diskussionen und nach Erscheinen einer Vorgesetzten wird uns eine andere Kabine zugewiesen, in der dann tatsächlich die überlaute Musik und das Gewummere der Bässe nicht zu hören sind. Dass die Suite nebenan (eigentlich für max. 3 Personen gedacht) von etwa 8-10 Marokkanern mit entsprechender Lautstärke bewohnt wird, ist Pech - und interessiert bei Grimaldi nicht wirklich jemanden.

 

Mit deutlicher Verspätung legen wir ab, die Kontrollen kosten Zeit, das Schiff ist rappelvoll. Überall in den Gängen, Bars usw. finden sich Schlaflager. Will man einen Kaffee trinken, so muss man mühselig nach einem freien Stuhl suchen. Wie gut, dass beim Zwischenhalt in Barcelona viele aussteigen, danach sind wir auf unserem Kabinengang fast alleine und Ruhe kehrt ein. Das Chaos unten in der Fahrzeuggarage bei der Ausfahrt muss man gesehen haben. Die Motoren laufen, obwohl sich noch längst nichts bewegt. Unten muss zunächst das LKW-Deck entladen werden. Polizei und Zoll stehen direkt vor der Rampe und kontrollieren. So dauert es natürlich ewig, bis alle von Bord sind. Es wird wild gehupt, gedrängelt; jede noch so geringe Möglichkeit wird genutzt, um einige Zentimeter Raum zu gewinnen. Ohne Rücksicht auf Verluste quetschen sich Fahrzeuge in die kleinste Lücke. Ab und an knirscht es, wenn sich zwei touchieren, aber das kümmert niemanden. Der Einweiser der Crew gibt irgendwann entnervt auf und verschwindet einfach. Insgesamt dauert Ent- und Beladen hier mehr als sieben Stunden, tief in der Nacht legt die Cruise Smeralda endlich ab.

 

 

Je weiter wir Richtung Italien kommen, desto schlechter wird das Wetter. Eigentlich natürlich eine ungünstige Zeit, um aus der Sonne ins schlechte Wetter heimzukehren. Aber das ging diesmal nicht anders. Mit einigen Stunden Verspätung kommen wir abends in Savona an. Hier das gleiche Spiel wie in Barcelona! Gegen Mitternacht sind wir endlich von Bord, fahren noch bis in die Schweiz, wo wir dann einige wenige Stunden schlafen.

 

 

Am nächsten Morgen eine stressfreie Fahrt durch die Schweiz. Normalerweise fahren wir von Basel aus nach Frankreich und dann ein gutes Stück durch Frankreich, um die staugefährdete Strecke in Deutschland zu umgehen. Aber diesmal bleiben wir auf deutscher Seite, wissen wir doch nicht, was die Proteste der Gelb-Westen an Störungen verursachen werden. Entgegen unserer Erwartung geht der Grenzübertritt (keinerlei Kontrolle, keine Wartezeit!) superschnell vonstatten. Vor Freiburg ein Großeinkauf, da das Wochenende und danach die Feiertage anstehen.

 

 

 

Den Rest des Tages verbringen wir auf einem schönen und ruhigen Picknickplatz abseits der Autobahn, ruhen uns ein wenig aus. Abends geht es sehr früh zu Bett, denn wir starten gegen Mitternacht, um die staugefährdete Strecke nachts zu fahren und die LKW-Überholverbote zu vermeiden. Ohne Stau kommen wir morgens zu Hause an.

 

 

Wir haben schöne Wochen in Marokko verbracht. Als Fazit unserer diesjährigen Erfahrungen mit der Fährfahrt können wir aber nur festhalten, dass wir für eine weitere Tour dorthin sicher nicht mehr die "lange" Fähre nehmen werden, so verlockend der günstige Preis und die Hoffnung auf ein entspanntes Anreisen auch ist. Anders als bei unserer ersten Überfahrt wird auf dem Schiff nur die Polizeikontrolle (also die Einreise der Personen) erledigt; die Fahrzeugeinfuhr erfolgt dann erst im Hafen. Die gleichzeitige Ankunft so vieler Fahrzeuge (spätabends oder wie bei uns mit Verspätung mitten in der Nacht) führt dann dazu, dass man sich die Nacht um die Ohren schlägt, und das alles in Fahrzeugschlangen, wo genau wie auf dem Schiff gedrängelt und um jeden Zentimeter gekämpft wird. Bei der Rückreise dann das gleiche Spiel (siehe oben). Da scheint uns der Landweg in Kombination mit einer kurzen Fährfahrt auf einem kleineren Schiff von Algeciras aus die bessere und auch angenehmere Variante zu sein.

 

Aktuelles

 

 

 

Griechenland

Frühjahr 2019

 

Wir sind auf der Peloponnes unterwegs und ergänzen hier von Zeit zu Zeit eine Fotosammlung zu diesem schönen Gebiet.

 

 

Unser Expeditionsfahrzeug Der Große Wagen

26. März 2019

 

Wir haben die Informationen zu unserem Fahrzeug durch Änderungen ergänzt..

 

 

Hunting the light - Unsere zweite Postschiffreise

25. Januar 2019

 

Zum zweiten Mal gehen wir auf einem Postschiff auf Nordlichtjagd.

Hier unser Bericht zu dieser Winterreise

nach Norwegen.

 

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