Souk in Zagora und grandiose Wüstenlandschaft

27. November 2018

Es trifft sich gut, dass wir an einem Sonntag in Zagora sind, denn sonntags findet dort der große Souk statt. Der Markt ist kein Touristenmarkt, das Treiben dort ist überaus interessant. Einkauf und Verkauf sind hier hauptsächlich Männersache; nur wenige Frauen sind zu sehen. Unbehelligt können wir durch die vollen, schmalen Gassen schlendern und schauen. Natürlich kaufen wir bei dem großen Angebot auch Lebensmittel für die nächsten Tage ein.

 

 

 

 

Auf dem Viehmarkt schauen wir allerdings nur. Nicht nur die Vierbeiner, sondern auch die motorisierten Zwei- und Dreiräder sind interessant.

 

 

 

 

Mit einem Taxi fahren wir zurück zum Campingplatz. Hier können wir noch einige Vögel (Hausammern und Palmtauben) beobachten. Am Abend dann ein leckeres Abschiedsessen; unsere Freunde fahren ab morgen andere Wege.

 

Früh am nächsten Tag starten wir. Wir wollen eine Piste zu schönen Bergformationen fahren. Über die N12 geht es nach Foum Zguid. Erstaunlich, dass auf der neuesten Michelinkarte diese Strecke immer noch als nicht asphaltiert angegeben wird; eine Asphaltdecke hatte sie bereits bei unserem letzten Besuch 2014! Von Foum Zguid fahren wir ein kleines Stück Richtung Tata und biegen dann nach links ab auf die Piste, die nach Mhamid führt. An einem Militärposten vereinfacht unser vorbereitetes Fiche die Abfertigung. Nun folgen etliche Kilometer übles Wellblech, so dass wir nur langsam vorankommen. Erst als wir von dieser Piste abzweigen und in Richtung der tollen Bergkulisse des Tafelberges El Mdaouer El Kbir fahren, wird es sandiger und damit angenehmer zu fahren. Mit Blick auf die Berge suchen wir uns einen Schattenbaum. Im Sand entdecken wir sogar blühende Pankrazlilien; die kleinen Blüten des Jochblatts werden von Schmetterlingen besucht. Am Abend dann ein schöner Sonnenuntergang.

 

 

 

Auch der Sonnenaufgang ist fotogen. Auf gut zu fahrender Piste geht es weiter auf die Berge zu. Eine kleine Palmenoase bietet schöne Fotomotive.

 

 

 

 

Wir wollen nach Westen, immer entlang am Rand des Tafelberges. Leider nimmt der Wind zu, der Sand fliegt, die Sicht wird immer schlechter. Die Piste versandet zusehends.

 

 

Eine Weiterfahrt macht so keinen Sinn mehr. Wir fahren ein Stück zurück, suchen uns im Windschatten der Berge einen Platz vor großartiger Kulisse. Hier fliegt nur noch wenig Sand, die Sicht ist deutlich besser. So können wir den Sandsturm aussitzen, ein wenig in der Gegend umherstreifen.

 

 

Am nächsten Morgen ist der Spuk dann vorbei. Erneut fahren wir auf sandiger Piste zunächst Richtung Westen, biegen später offroad nach Süden ab. Wir entdecken eine weitere Felsnadel. Auf dem Boden eine Bewegung - was ist das denn? Eine Fangschrecke mit ungewöhnlicher Körperform huscht flink umher, durch ihre Färbung perfekt getarnt, quasi nicht zu sehen und durch ihre Schnelligkeit nur sehr schwer zu fotografieren.

 

 

Weiter wollen wir nicht fahren, man könnte auf Pisten und teilweise offroad das Gebiet des Tafelbergs komplett umrunden. Aber der landschaftlich schönste Teil der Strecke liegt nun hinter uns. Wir fahren die gleiche Strecke zurück und nutzen das gute Licht zu weiteren Fotos.

 

 

 

 

Zuletzt müssen wir dann leider die üble Wellblechpiste, die hier auf dem Foto nicht annähernd so schlimm aussieht, wie sie tatsächlich ist, wieder entlang holpern. Die Wüstenlauflerche am Wegesrand ist sehr gut getarnt; man entdeckt sie eigentlich nur, wenn sie sich bewegt. Am Ende sind wir froh, den Asphalt der N12 für die Weiterfahrt unter den Rädern zu haben.

 

 

Weiter geht es mit Aus der Wüste an die Atlantikküste

 

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28. März 2020

 

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